Welche Betreuung brauche ich nach einer Herz-OP bzw. nach einer Herz-Intervention?

Die Herzgesundheit ist jedem Menschen besonders wichtig, sie ist von zentraler Bedeutung. Wenn aufgrund einer möglichen Herzerkrankung ein Eingriff bevorsteht, ist nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche alarmiert. Es kann verschiedene Ursachen haben, warum eine Herzoperation am offenen Herzen oder auch eine sogenannte Herz-Intervention durchgeführt werden muss. 

Der Unterschied zwischen einer OP am offenen Herzen und einer Herzintervention ist:

  • Eine Intervention ist ein minimal-invasiver Eingriff, der z.B. mithilfe eines Katheters, der über eine Vene oder Arterie eingeführt wird, durchgeführt wird. Eine Herzkatheter-Untersuchung kann erforderlich sein, wenn z.B. ein Verdacht auf eine bestimmte Herz-Erkrankung besteht, wie z.B. einer koronaren Herzkrankheit. Sie kann auch erforderlich sein, um das weitere Vorgehen, also die weitere Behandlung zu planen.
  • Unter einer Herz-OP versteht man eine Operation am offenen Herzen, z.B. eine Bypass-Operation, eine Operation aufgrund eines angeborenen Herzfehlers oder z.B. eine Herzklappen-Operation. Zumeist wird eine offene Herzoperation unter Zuhilfenahme einer Herz-Lungenmaschine durchgeführt.


Der Eingriff am Herzen – was macht das mit uns?

Eine Herzoperation am offenen Herzen, aber auch eine sogenannte Intervention, wie z.B. ein Herzkatheter sind - unabhängig von der Art und Ursache, gefühlt immer ein sehr großer Eingriff in unsere körperliche als auch seelische Integrität. In diesen Situationen wird uns oft die zentrale Bedeutung des bis dahin still und zuverlässig arbeitenden Herzens bekannt. Oft lebensrettend und lebensverlängernd ist die Kardiologie heute in der Lage komplexe kardiale Untersuchungen und Operationen durchzuführen. Durch die rasanten technischen Entwicklungen ist für eine Vielzahl von Herzkrankheiten, für die vor 20 Jahren noch offene Operationen am Herzen erforderlich waren, eine minimalinvasive Intervention verfügbar. Für den Patienten hat dies große Vorteile, z.B.

  • Eine Prognoseverbesserung bei Herzkreislaufkrankheiten 
  • Eine deutliche Verkürzung der stationären Aufenthalte im Krankenhaus 

Für den Patienten ist so ein effizientes Vorgehen erst einmal ideal, doch wie geht es dann weiter? So steht doch der zwar kurze, hochtechnische und komplexe Eingriff in sehr großem Widerspruch zu unserem Gefühlsleben, da schon seit Jahrtausenden das Herz symbolisch als Sitz unseres Gefühlslebens erfahren wird. Somit kommt es nicht selten zu einer sensiblen Störung unserer Psyche. Wer betreut jetzt den Patienten und „fängt“ ihn nach dem Eingriff auf? Eine individuelle und auch ganzheitliche Nachsorge ist jetzt wesentlich.

Ganzheitliche Nachsorge nach einer Herz-OP oder -Intervention

Die weitere Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt wird in der Regel von einem niedergelassenen Kardiologen durchgeführt. Bei der kardiologischen postoperativen oder postinterventionellen Nachsorge spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die je nach Patienten sehr individuell sein können.

Regelmäßige Kontroll-Untersuchungen werden in einem bestimmten Rhythmus mit dem Patienten vereinbart und umfassen unter anderem die typischen Untersuchungen des Allgemeinzustandes und des Herzens im speziellen. Dies sind z.B. die Messung des Blutdrucks, EKG, Langzeitblutdruckmessung oder auch die Begleitung und Nachjustierung einer eventuellen medikamentösen Behandlung. 

Das persönliche Gespräch und die Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung sind für den Patienten eine wichtige Hilfestellung zur seelischen Krankheitsbewältigung. Bildlich gesprochen hinterlassen Herzeingriffe nicht nur körperliche Narben, sondern oft auch seelische. 


Auch eine Umstellung des Lebensstils und der Ernährung oder gezielter Abbau von Stress sind sehr häufig Teil des Nachsorge-Konzeptes, welches den Patienten unterstützt, wieder in einen normalen Lebensalltag zu finden.

In einer ganzheitlichen kardiologischen Betreuung werden all diese Themen berücksichtigt und greifen wie Zahnräder ineinander.

Kardiologie und Psychokardiologie - körperliche und seelische Nachsorge als Einheit 

Sehr oft wird man als Patient durch eine Herzdiagnose und dem daraufhin folgenden körperlichen Eingriff wie „aus dem Leben gerissen“ und die körperliche Unversehrtheit ist für eine gewisse Zeit empfindlich gestört.
 

Dr. med. univ. Markus Moser ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin, Kardiovaskulärer Präventivmediziner und Psychokardiologe. Er versteht Körper und Geist als Einheit - untrennbar miteinander verbunden. Er legt großen Wert darauf, seine Patienten in der Kardiologie-Sprechstunde ganzheitlich und mit größter Sorgfalt zu betreuen. 

Zitat Dr. Markus Moser: „Raum zu geben für die seelische Aufarbeitung der nicht selten traumatisierenden Erfahrungen, die eine Herzerkrankung mit sich bringt, ist essenziell – für das Wohlbefinden und für den Heilungsprozess.“