Marathon-Vorbereitung: Was Läufer über ihr Herz wissen sollten

Dr. med. univ. Markus Moser

Dr. med. univ. Markus Moser

Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2026
Marathon-Vorbereitung: Was Läufer über ihr Herz wissen sollten

Die Faszination Marathon ist weltweit ungebrochen. Tausende Läuferinnen und Läufer bereiten sich jedes Jahr auf diese magische Distanz von 42,195 Kilometern vor. Eine gute Marathon-Vorbereitung umfasst viele bekannte Bausteine. Wir denken meist sofort an ein strenges Training, planen die richtige Ernährung und achten auf ausreichend Regeneration.

Doch eine zentrale Frage wird dabei oft übersehen: Wie steht es eigentlich um die Belastbarkeit des eigenen Herzens?

Oft liegt der Fokus im Training rein auf der Beinmuskulatur und der Ausdauer. Als Sportkardiologe in Berlin-Mitte möchte ich Sie darüber informieren, warum Ihr Herz im absoluten Zentrum Ihrer Laufvorbereitung stehen muss. Da Körper und Psyche untrennbar miteinander verbunden sind, betrachten wir das Thema heute aus verschiedenen Blickwinkeln.


Warum der Marathon das Herz besonders fordert

Ein Marathon ist weit mehr als nur ein sehr langer Lauf – er ist eine Grenzerfahrung für den gesamten menschlichen Organismus. Der antike Mythos des ersten Marathonläufers, der nach seiner Ankunft völlig erschöpft tot zusammenbrach, hält sich bis heute hartnäckig im kollektiven Gedächtnis.

Die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Herztod nach einem Marathonlauf ist statistisch gesehen zwar sehr gering. Dennoch passiert organisch und mental eine Menge mit uns, wenn wir stundenlang an der Leistungsgrenze laufen:

  • Enorme Hormonausschüttung: Der Körper schüttet unter dieser Dauerbelastung sehr große Mengen an Stresshormonen aus. Adrenalin und Cortisol fluten das gesamte System.
  • Massiver Blutdruckanstieg: Der Blutdruck steigt während des Laufs naturgemäß stark an. Ein unkontrollierter Blutdruck unter Belastung kann zur Gefahr für die Gefäße werden.
  • Höchstleistung des Herzmuskels: Das Herz muss über Stunden hinweg das Blut mit hohem Druck durch den Körper pumpen, um die arbeitenden Organe und die Muskulatur ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
  • Verlust von Elektrolyten: Durch das starke Schwitzen verliert der Körper essenzielle Mineralien. Ein Mangel an Kalium oder Magnesium kann die elektrischen Reizleiterbahnen des Herzens empfindlich stören.
  • Psychokardiologischer Stress: Der mentale Druck auf den Läufer darf niemals unterschätzt werden. Die hohe Erwartungshaltung an sich selbst stresst das System. Der unbedingte Wille durchzuhalten und die Angst vor dem Versagen belasten das Herz zusätzlich.

Aus psychokardiologischer Sicht wissen wir heute ganz genau: Stress im Kopf wird immer auch zu Stress im Herzen. Das vegetative Nervensystem reagiert unmittelbar auf Leistungsdruck.

 

Ist Marathonlaufen gefährlich für das Herz?

Diese Frage wird mir in meiner Privatpraxis von Läufern, Triathleten und Neueinsteigern oft gestellt. Die wissenschaftliche Datenlage kann hier aufklären:

Grundsätzlich ist Sport die beste Medizin für unser Herz-Kreislauf-System. Die eigentliche Gefahr liegt in der Regel nicht im Laufsport selbst, denn unser Körper ist anatomisch für ausdauernde Bewegung gemacht. Erst wenn wir unseren Körper blindlings über die individuellen, organischen Grenzen hinaus belasten, kann es riskant werden.

 

Unerkannte Vorerkrankungen als mögliches Problem

Fast alle schweren kardiologischen Zwischenfälle bei großen Marathonläufen lassen sich auf unerkannte Vorerkrankungen der Athleten zurückführen. Unter der extremen Belastung des Wettkampfes werden diese plötzlich sichtbar und potenziell lebensbedrohlich.

Zu den häufigsten versteckten Risiken bei Läufern zählen:

  • Ein sogenannter „maskierter“ Bluthochdruck, der im Ruhezustand völlig unauffällig bleibt.
  • Eine verschleppte, nicht vollständig auskurierte Virusinfektion oder Grippe.
  • Eine daraus resultierende, stille Herzmuskelentzündung (Myokarditis).
  • Unbemerkte Verkalkungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit).
  • Angeborene genetische Besonderheiten des Herzmuskels oder der Herzklappen.

Genau hier greift die Philosophie der ganzheitlichen Prävention. Als Kardiologe geht es mir darum, medizinische Sicherheit für Sie zu schaffen. Planen Sie die Teilnahme an einem Lauf-Event? Lernen Sie Ihren Körper kennen und vereinbaren Sie einen Termin für Ihren präventiven Herz-Check in unserer Praxis in Berlin-Mitte.

 

Wann ist ein Herz-Check vor dem Marathon sinnvoll?

Ein kardiologischer Check-up ist grundsätzlich für jeden Menschen sinnvoll, der sich einer extremen Ausdauerbelastung aussetzt. Bestimmte Faktoren machen diese Untersuchung jedoch medizinisch dringend notwendig:

  • Sie sind über 35 Jahre alt (ab diesem Alter steigt das Risiko für Herzkranzgefäßerkrankungen statistisch an).
  • Sie sind Wiedereinsteiger und haben jahrelang keinen intensiven Sport getrieben.
  • Es gibt in Ihrer direkten Familie Fälle von Herzmuskerkrankungen (Kardiomyopathien), plötzlichem Herztod, Herzinfarkten oder starkem Bluthochdruck.
  • Sie hatten kürzlich eine schwere Infektion und möchten wieder ins Training einsteigen.

 

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

In meiner Privatpraxis in Berlin-Mitte nehme ich mir Zeit für Sie. Wir führen eine persönlich zugeschnittene, moderne Diagnostik durch und betrachten nicht nur medizinische Messwerte, sondern Sie als Menschen.

Diese Untersuchungen bilden ein sicheres Fundament Ihrer Marathon-Vorbereitung:

  1. Das Vorgespräch: Wir besprechen Ihre Ziele, relevante Vorerkrankungen, etwaige Beschwerden und Medikation bis hin zur Schlaf- und Stressanamnese.
  2. Das Ruhe-EKG: Diese Basisuntersuchung zeigt uns Ihre elektrischen Herzströme im entspannten Zustand.
  3. Die Echokardiographie (Herz-Ultraschall): Mit modernstem Ultraschall werfen wir einen genauen Blick in Ihr Herz. Wir vermessen schonend und schmerzfrei die Herzhöhlen, die Pumpkraft und die Herzklappen.
  4. Das Belastungs-EKG / die Spiroergometrie: Dies ist für ambitionierte Sportler das wichtigste Werkzeug. Wir simulieren die Belastung und messen dabei zusätzlich Ihre Atemgase zur exakten Leistungsbestimmung (wichtig für die Ermittlung der $VO_2max$).
  5. Die Blutdruck-Diagnostik: Ein weiteres Spezialgebiet von mir. Hier geht es darum, Ihre Gefäßgesundheit zu analysieren und dauerhaft zu erhalten.
  6. Das Langzeit-EKG: Bei Bedarf zeichnen wir Ihre Herzrhythmen über 24 Stunden im normalen Trainingsalltag auf.

Welche Warnzeichen sollten Läufer ernst nehmen?

Es ist wichtig, auf die feinen Signale des eigenen Körpers zu hören. Leistungssportler haben oft eine sehr hohe Schmerztoleranz und neigen manchmal dazu, wichtige Alarmsignale zu ignorieren.

Bitte unterbrechen Sie das Training sofort bei diesen Symptomen:

  • Ein plötzlicher, starker Druck oder ein Engegefühl auf der Brust.
  • Brennende Schmerzen, die in den linken Arm, den Hals oder den Rücken ausstrahlen.
  • Eine unerklärliche, sehr starke Atemnot, die nicht zum Lauftempo passt.
  • Bewusstlosigkeit (Synkopen), akute Schwindelgefühle, Benommenheit oder Schwarzwerden vor den Augen.
  • Massives Herzstolpern oder ein unregelmäßiges, starkes Herzrasen.
  • Ein plötzlicher, nicht erklärbarer Leistungseinbruch.
  • Ein sehr hoher Ruhepuls, der sich auch Stunden nach dem Training nicht beruhigt.

Wichtig: Wenn Sie eines dieser Warnzeichen an sich bemerken, bedarf es einer sofortigen kardiologischen Abklärung in einer Fachpraxis.

 

Sportkardiologie: Marathon-Vorbereitung mit medizinischer Sicherheit

Die moderne Sportkardiologie ist heutzutage ein überaus wertvolles Werkzeug zur Leistungsoptimierung. Sie dient vor allem auch der Erhaltung Ihrer lebenslangen Freude am Laufsport.

„Wenn wir z. B. Ihren Blutdruck vorab optimal einstellen, laufen Sie sicherer. Wenn wir durch eine Spiroergometrie Ihre genauen Belastungsgrenzen und Trainingsbereiche definieren, trainieren Sie effektiver. Und wenn wir in einem vertrauensvollen Gespräch psychokardiologische Blockaden oder unbewusste Ängste lösen, dann können wir Ihr gesamtes Lauferlebnis verändern – damit Sie nicht nur medizinisch sicher, sondern auch mental befreit laufen können.“

 

Medizinischer Hintergrund von Dr. med. univ. Markus Moser – AUF EINEN BLICK

  • Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie: Umfassende klinische Ausbildung in der Diagnostik und Therapie sämtlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Zertifizierter Hypertensiologe: Als ausgewiesener Spezialist für Bluthochdruck besitzt Dr. Moser die besondere fachliche Qualifikation für die fundierte Diagnostik und Therapie komplexer, schwer einstellbarer und sekundärer Hypertonie-Formen.
  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin: Langjährige Erfahrung als Notarzt. Dies garantiert höchste Sicherheit in der Risikostratifizierung und bei akuten kardiologischen Fragestellungen.
  • Zertifizierter Psychokardiologe: Spezialisierte Weiterbildung zur Diagnostik und Behandlung der Wechselwirkungen zwischen Psyche, vegetativem Nervensystem und Herzgesundheit.
  • Sportkardiologische Expertise: Fachliche Ausrichtung auf die Leistungsdiagnostik und Prävention bei Leistungs- und Breitensportlern.

Empfehlung

Ein Marathon bleibt für viele Menschen eine lebensbereichernde Herausforderung. Wahre sportliche Stärke zeigt sich jedoch nicht nur im reinen Durchhalten. Sie zeigt sich vor allem in einer klugen, ganzheitlichen und vorausschauenden Vorbereitung.

Ihr Herz leistet täglich Schwerstarbeit und verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine umfassende sportkardiologische und psychokardiologische Untersuchung gibt Ihnen medizinische und mentale Sicherheit.

Sind Sie bereit für eine rundum sichere Marathon-Vorbereitung? Kontaktieren Sie uns für einen umfassenden Herz-Check-up in Berlin-Mitte!

Häufig gestellte Fragen (FAQ): Herzgesundheit & Marathon

Idealerweise planen Sie die sportkardiologische Untersuchung etwa drei bis sechs Monate vor Ihrem Lauf ein. So bleibt ausreichend Zeit, um bei Bedarf rechtzeitig zu reagieren – zum Beispiel den Blutdruck optimal einzustellen oder Ihre Trainingsbereiche anzupassen.

Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Die zwingende Voraussetzung ist jedoch eine exakte ärztliche Diagnostik und Einstellung. Mit einer Langzeit-Blutdruckmessung und einer Spiroergometrie stellen wir sicher, dass Ihre Gefäße unter der Dauerbelastung sicher geschützt sind.

Definitiv. Starker mentaler Leistungsdruck oder Versagensängste führen zur Ausschüttung von Stresshormonen, die das vegetative Nervensystem massiv belasten und sogar Herzstolpern auslösen können. Die Psychokardiologie hilft Ihnen dabei, solche Blockaden zu erkennen und mit einem befreiten, ruhigen Puls an den Start zu gehen.

Geben Sie Ihrem Körper Zeit zur Regeneration. Nach vollständigem Abklingen aller Symptome sollten Sie mindestens ein bis zwei Wochen pausieren. Bei fieberhaften oder schweren Virusinfekten rate ich vor dem Trainingswiedereinstieg dringend zu einem Ruhe-EKG, um eine lebensgefährliche Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auszuschließen.

Ignorieren Sie niemals einen ungewohnten Druck oder ein Brennen in der Brust. Auch plötzlich auftretende, unverhältnismäßige Atemnot, Schwindelanfälle oder massives, unregelmäßiges Herzrasen sind starke Warnzeichen. Eine Bewusstlosigkeit ist ein absolutes Warnsignal. Brechen Sie das Training in diesen Fällen sofort ab und lassen Sie die Ursache umgehend kardiologisch abklären.

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Über den Autor:

Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Dr. med. univ. Moser und als Kardiologe in Berlin Mitte verfolge ich bei meinen Patientinnen und Patienten einen ganzheitlichen, psychokardiologischen Ansatz. So wird neben körperlichen Aspekten ergründet, ob auch seelische bzw. psychische Faktoren für auftretende Symptome verantwortlich sein könnten. Über einen Klick auf den nachfolgenden Button erhalten Sie weitere Informationen zu meiner psychokardiologischen Praxis.

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Die permanente Weiterbildung ist in der Kardiologie besonders wichtig. Als Facharzt für Kardiologie ist es mir deshalb ein Anliegen, regelmäßig an Fachkongressen, Seminaren und Schulungen teilzunehmen und von aktuellen Fachberichten und Studien aus Forschung und Praxis zu partizipieren. Ich bin Mitglied in diesen Gesellschaften:

Zusatzqualifikation Sportkardiologe
(Stufe 1) der DGK

DGPR Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.

DGK Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.

BDI Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Gesellschaft für
Hypertonie und Prävention